Marie-Claude Charmasson bzw. „Beaumont“

Wenn eine Frau im Motorsport und speziell mit dem GT so viele Erfolge erzielt, muss dies besonders gewürdigt werden. Als das erste von acht Kindern erblickt Marie-Claude Charmasson im September 1941 in Gap im Herzen der französischen Alpen das Licht der Welt. Ihr Vater betreibt eine Citroen-Werkstatt mit Verbindung zum Motorsport, denn mit seinem Service unterstützt er bei verschiedenen Rallyes die teilnehmenden Citroen-Fahrer. Dadurch kommt Marie-Claude schon sehr jung in Kontakt mit den Rallyepiloten dieser Zeit.

Im Februar 1964 wird sie von Claudine Trautmann angesprochen, bei ihr als Co-Pilotin mitzufahren. Es ist gleichzeitig die erste Saison, in der Claudine offiziell für Lancia fährt. So fragt sie Marie-Claude, ob sie unter einem Synonym fahren möchte, um ihren Vater als Citroen-Händler nicht in Verlegenheit zu bringen. Sie entscheiden sich für den Namen „Beaumont“, der beiden gut gefällt.

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Mitte 1965, als Trautmann den Titel in der Damenwertung der französischen Rallye-Meisterschaft bereits sicher hat, bekommt Beaumont zum ersten Mal den Beifahrersitz bei Tili Greder und seinem Ford Mustang angeboten.Gegen Ende des Jahres erhält sie von Pierre Ferry, NSU-lmporteur in Frankreich, das Angebot, bei der Criteriüm des Cevennes selbst am Steuer eines Rallyefahrzeugs zu sitzen. Mit 50 PS kämpft sie sich durch die verschneite Strecke und erreicht als Vorletzte das Ziel. Bei nur 20 Ankommenden ist das Ergebnis beeindruckend genug, um ihr einen Drei-Jahres-Vertrag im Team Ceida-NSU zusammen mit Gerard Larrousse und GuyChasseuil zu sichern. Alle 15 Rallyes, an denen sie 1966 teilnehmen, beenden sie ohne Ausfall und Beaumont erzielt als ihr bestes Ergebnis einen 10. Platz bei der Tour de Corse. Das folgende Jahr verläuft nicht so gut, lediglich der Gewinn des Damencoups bei den 24h von Spa zusammen mit der Belgierin „Christine“ steht auf der Siegerliste.

1968 hat Henri Greder Ford verlassen und nimmt Marie-Claude mit als Beifahrerin zur Monte Carlo, wo sie mit dem Opel Commodore in der Gruppe 1 den ersten Platz belegen. Die weitere Saison mit dem NSU verläuft wie zwei Jahre zuvor mit zuverlässigen Zieleinläufen und dem Gewinn verschiedener Damenwertungen. Für 1969 wechselt sie zu Greder Racing. Die Rallyes werden mit Kadett, Commodore und einem Chevrolet Camaro gefahren.

Der Gewinn von neun Coupe des Dames sichert Beaumont zum ersten Mal den Titel in der Damenwertung der französischen Rallye-Meisterschaft.

Aus dem Buch : „Only one Life, Mine“ von Henry E, Greder

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